

Der Konferenzgemeindetag begann mit einem lebendigen Generationengottesdienst um 10.00 Uhr in der Kirche St. Petri zu Leipzig. Um aus der Kirchenkonferenz endgültig die „Kicherkonferenz“ werden zu lassen, wie es das Programmheft vor Augen malte, feierten Jung und Alt und alle zwischendrin in der voll besetzten Kirche miteinander. Rund 800 Methodistinnen und Methodisten aus dem ganzen Gebiet der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz waren zum Gemeindetag gekommen.
„Gut, dass wir nicht uns nur haben, dass der Kreis sich niemals schließt“ brachte der Bläserchor unter Leitung von Stefan Wendrock den Mitfeiernden im Präludium in Erinnerung. Dann schmückten Kinder den Altartisch der St. Petrikirche und zeigten damit eindrücklich, dass dieser Gottesdienst aus Gottes Gnade und in Gottes Gegenwart gefeiert wurde.
Begleitet von der Band des Studierendenkreises Leipzig stimmten die verschiedenen Generationen in Lieder ein, die mit Gesten und Bewegungen Schwung in die Gemeinde brachten und in den Psalm 126, aus dessen moderner Fassung von Hanns Dieter Hüsch das Thema der Jährlichen Konferenz entnommen ist - „... weil mich mein Gott das Lachen lehrt“.
Geleitet wurde der Gottesdienst von Verona Lasch und Lutz Rochlitzer aus dem Kinder- und Jugendwerk der OJK. Bunt, wie die Gemeinden, aus denen alle gekommen waren, bunt wie das Leben und der Glaube, war die Verkündigung in diesem Generationengottesdienst. Im Kirchenschiff hielt Pastor Christhard Rüdiger (Chemnitz) eine Kicherpredigt. „Wir lachen noch nicht so viel über uns selbst, wie wir könnten, doch es gibt noch Methodisten, die ernsthaft eine Kicherpredigt hören wollen“, stellte er zu Beginn seiner Predigt fest. Angesichts der Absicht mit vollem Ernst Christ sein zu wollen und der Feststellung, dass mit der Spaßgesellschaft Schluss sei müssen Lachen und Kichern als Teile der vielen Sprachen, mit denen Gott unter uns hörbar ist, verstanden und geübt werden.
In den Seitenkapellen der Kirche predigten zu gleichen Zeit Daniel Meyer und Carsten Röder kreativ mit Holz und Säge, Katrin Bonitz hielt eine Predigt für Kinder unter 5 Jahren, Sarah Badstübner ließ in einer Godly-Play-Predigt eine Bibelgeschichte lebendig werden, Lutz Rochlitzer und Clown Sacco hielten eine Varietépredigt.
Bewegend und bewegt stimmten alle Generationen zum Ausgang des Gottesdienstes in die Liedstrophe „Keiner kann allein Segen sich bewahren“ ein. Als Zeichen der zarten, spielerischen, bunten Heiterkeit regneten während des Postludiums 800 Luftballons auf die Gemeinde herunter. So kam es, dass sich aus der Peterskirche schließlich ein langer und bunter Zug auf den Weg zum Gelände der Kreuzkirche machte. Neben allem, was für das leibliche Wohl nötig ist, warteten dort Spielplatz und Elterncafé, EmK-Mobil und Platzkonzert, Jonglieren und Spiele aus Schwarzenshofer Zeiten, Büchertisch, Saftbar und vieles mehr auf die Konferenzgemeinde. 13.30 Uhr stellte sich Bischöfin Rosemarie Wenner in der Kreuzkirche in einem Interview den Fragen der Anwesenden.
Eric Söllner
Solche und andere neugierige Fragen beantwortete Bischöfin Rosemarie Wenner zum Gemeindetag der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz in der gut besuchten Kreuzkirche. Das Interview führten Maria Köcher und Jens Süß, die als Jugendvertreter Mitglieder der Jährlichen Konferenz sind. Fragen konnten alle stellen. Um Ruhepunkte im vollen Terminkalender, Ereignisse, die die Bischöfin zum Lachen bringen und Belastungen des Amtes ging es in den Fragen. Als die Bischöfin nach der schönsten Kirche gefragt wurde, die sie auf ihren vielen Reisen gesehen habe, erzählte sie von einer Kirche in Simbabwe. Sie bestand nur aus vier Holzpfosten und einem Wellblechdach. Darunter feierte die Gemeinde ihnen Gottesdienst und aß miteinander. Die Bischöfin betonte, dass nicht die Gebäude, sondern die Menschen Kirche seien. Auch nach ihren Sorgen um die Kirche wurde Bischöfin Wenner gefragt. In dem uns viel und schon lange bewegenden Wunsch nach zahlenmäßigem Wachstum der Gemeinden könnten wir die Hoffnung verlieren, dass Gott uns braucht, antwortete die Bischöfin hierauf. Dass Gott uns aber braucht, liegt nicht an unserer Anzahl, sondern in seinem Willen.
Den Schlusspunkt der Konferenz und zugleich den Startpunkt für das neue Konferenzjahr setzte der Sendungsgottesdienst am Sonntagnachmittag in der Peterskirche zu Leipzig. Geleitet wurde der Gottesdienst von Superintendent Stephan Ringeis (Zwickau), den Gesang begleiteten der Posaunenchor der Leipziger Gemeinden und Eckhard Buchold an der Orgel. Wie es gute Tradition ist, wurde in diesem Gottesdienst den gastgebenden Gemeinden der Kreuzkirche und der Bethesdakirche herzlich gedankt. Die Jahrslosung 2010 brachte der Gemeindechor unter Leitung von Kerstin Spreer und die Konferenzgemeinde zum Klingen. In ihrer Predigt zu Mt 6,25-34 stellte Bischöfin Rosemarie Wenner den herausfordernden Charakter der Worte Jesu heraus. Sich nicht zu sorgen, sei eine ungeheure Aufforderung. Jesus betont dadurch jedoch, so die Bischöfin weiter, dass Gott für uns sorgt. So wie auch das Lachen einen Abstand von uns selbst ermöglicht, lädt Jesus uns in den Abstand von unseren Sorgen ein. In dieser geschenkten Freiheit könnten wir, wie Jesus uns einlädt, Gottes Reich zuerst konkret werden lassen. Bischöfin Wenner nannte Beispiele aus Gemeinden und sozialdiakonischen Einrichtungen der OJK, wie dem Verein für Suchtkrankenhilfe „Kommt“ in Crottendorf.
Vor der Verlesung der Dienstzuweisungsliste erinnerte die Bischöfin daran, dass nicht die Hauptamtlichen in die Gemeinden, sondern Gemeinden und Hauptamtliche gemeinsam gesendet werden, Gottes Reich konkret werden zu lassen. Mit dem Bibelwort aus Jes 52,7 sei unsere gemeinsame Sendung gut beschrieben: Wir sind Freudenboten. So kann auch alles, was uns in den Tagen der Konferenz mit dem Thema des Humors und des Lachens begegnet ist, mit uns gehen. Der Konferenzchor unter Leitung von Pastor Jörg Herrmann wusste dies mit einer Jazz-Mottete „Jubilate“ wunderbar aufzunehmen.
Mit dem Einzug der Kinderkonferenz, die in diesem Jahr wegen ihres eigenen spannenden Programms etwas auf sich warten lies, und mit dem Zuspruch des Segens Gottes ging der Sendungsgottesdienst und mit ihm die Konferenz zu Ende.

Mensch: "Gott, sag mal, stimmt das, dass vor Dir tausend Jahre wie ein Tag sind?"
Gott: "Stimmt genau."
Mensch: "Und sind eine Million Euro wie ein Cent?"
Gott: "Gut beobachtet."
Mensch: "Könntest Du mir dann nicht einen Cent besorgen?"
Gott: "Klar! Einen Augenblick bitte."